Filter: das optische Filtermagazin

Die beschriebenen Neuerungen gelten ab Version 1.5. Welche Version für dich verfügbar ist, siehst du im App Store.

Filter legst du über das Plus rechts im Ebenenband an: Tippe auf Neue Ebene und wähle Filter. Es öffnet sich das Panel Optisches Filtermagazin mit dem Untertitel Analog inspiriert:

„Wähle eine virtuelle Einschub- oder Schraubfilterwirkung. Mehrere Filter können als reversible Ebenen gestapelt werden.“

Jeder Filter wird eine eigene Ebene im Ebenenband. Dort erscheint er als farbiges Glas: Ein voller Kreis steht für einen Vollfilter, ein Kreis mit Farbverlauf für einen Verlaufsfilter. Ein Antippen öffnet den Filter wieder. In der Werkzeug-Leiste steht Filter nicht mehr.

Drei Filterarten

Oben im Magazin steht die Auswahl Filterart:

Filterart Wirkung Beispiele
Vollfilter färbt das ganze Bild wie ein Glas vor dem Objektiv Warm, Kalt, Sepia, Kontrastfilter, Polfilter
Verlaufsfilter wirkt nur auf einen Teil des Bildes und läuft weich oder hart aus Grau für den Himmel, Blau, Tabak, Abendrot
Kreativ formt das Licht heller Lichtquellen Stern, Spektralstern, Lichtfächer, Halation, Diffusion

Vollfilter

Ein Vollfilter wirkt wie ein durchgehend gefärbtes Glas. Die Farben sind in Gruppen geordnet:

Gruppe Farben
Warm Warm 1 bis Warm 5 (81A, 81B, 81C, 81EF, 85B)
Kalt Kalt 1 bis Kalt 5 (82A, 82B, 80C, 80B, 80A)
Tonung Sepia, Tabak, Gold, Leuchtstoff (FL)
Kontrast Gelb (8), Orange (21), Rot (25), Grün (11)

Die Kennungen unter den Warm- und Kaltstufen folgen den üblichen Konversionsfiltern der Filmfotografie. Die Stufen sind aus den Mired-Werten berechnet und steigen gleichmäßig an. Die Kontrastfilter sind für Schwarzweiß gedacht: Gelb und Orange dunkeln den Himmel ab, Rot tut das kräftig, Grün hellt Laub auf.

Belichtungsausgleich: Ein echtes Filterglas schluckt Licht, die Kamera misst durch das Objektiv und belichtet länger. Neue Vollfilter machen das genauso. Die Farbe ändert sich, die Helligkeit bleibt. Das gilt auch, wenn mehrere Vollfilter übereinanderliegen.

Der Polfilter steht ebenfalls unter Vollfilter. Er wird weiter unten eigens beschrieben.

Verlaufsfilter

Ein Verlaufsfilter färbt oder dunkelt nur einen Teil des Bildes, typischerweise den Himmel. Frisch angelegt hängt er wie sein physisches Vorbild: oben gefiltert, unten klar.

Gruppe Farben
Neutral Grau (reiner Grauverlauf, dunkelt ab ohne zu färben)
Himmel Blau, Tabak, Sepia, Mauve, Rosé, Smaragd, Gelb, Abendrot
Kräftig Signalgelb, Signalorange, Signalrot, Signalblau, Signalviolett, Signalpink

Unter der Farbzeile stehen zwei Schalter:

  • Kante: Hart für einen klaren Übergang, etwa am Meereshorizont, Weich für Berge und unruhige Horizonte.
  • Form: Normal wird nach oben hin immer dichter. Umgekehrt ist auf der Mittellinie am dichtesten und läuft nach oben aus. Das passt zu Sonnenuntergängen, bei denen der hellste Streifen direkt über dem Horizont liegt.

Position, Winkel und Verlaufsbereich haben keine Regler. Du stellst sie direkt im Bild per Geste ein:

„Position, Winkel und Verlaufsbereich direkt im Bild einstellen.“

Farbe wechseln

Ist ein Vollfilter oder ein Verlaufsfilter geöffnet, zeigt eine Farbzeile alle Farben seiner Art, die gewählte ist umrandet. Ein Tipp auf eine andere Farbe färbt denselben Filter um; Stärke, Position und Kante bleiben erhalten. Mit Weiteren Filter hinzufügen legst du stattdessen eine neue Ebene an.

Kreativfilter und das Lichtprinzip

Kreativfilter arbeiten mit Licht. Stern, Spektralstern, Lichtfächer und Halation reagieren nur auf helle Lichtquellen, und zwar im Verhältnis zu ihrer Helligkeit: Eine Straßenlaterne strahlt kräftig, eine hellgraue Wand gar nicht. Das Bild wird dabei nicht weichgezeichnet. Die Strahlen übernehmen die Farbe ihrer Lichtquelle.

In JPEGs sind helle Lampen oft abgeschnitten und nur noch weiß. Die App erkennt kleine, kompakte Lichtpunkte und gibt ihnen die Energie zurück, die eine echte Lampe hätte. Die Farbe nimmt sie aus dem Lichthof um die Lampe. Große helle Flächen wie Himmel oder Schnee bleiben davon unberührt.

Filter Wirkung Eigene Regler
Stern Strahlen um jede helle Lichtquelle Strahlen (2, 4, 6, 8 oder 16), Winkel, Länge, Weich
Spektralstern Strahlen, die sich in Regenbogenfarben auffächern Achsen (Eine, Drei, Kranz), Winkel, Länge
Lichtfächer Fächer aus Lichtbahnen, auch gebogen Strahlen (6 bis 20), Fächerbreite, Krümmung, Winkel, Länge
Halation rot-oranger Lichthof um helle Lichter wie bei Film ohne Lichthofschutzschicht –
Diffusion weicher, leuchtender Schimmer im ganzen Bild –

Regler

Regler Bereich Standard Gilt für
Stärke / Polfilterwirkung 0 … 100 % 50 % alle Filter; beim Polfilter gemeinsame Hauptstärke
Reflexionsanteil 0 … 100 % 100 % Polfilter, unter der zunächst geschlossenen Feinabstimmung
Winkel −180° … +180° 0° Stern, Spektralstern, Lichtfächer
Länge 3 … 40 % 12 % Stern, Spektralstern, Lichtfächer
Weich 0 … 100 % 0 % Stern
Strahlen 6 … 20 14 Lichtfächer
Fächerbreite 0,20 … 1,60 rad 1,20 rad Lichtfächer
Krümmung −1 … +1 0 Lichtfächer
Lichtschwelle 35 … 95 % 72 % Stern, Spektralstern, Lichtfächer, Halation

Die Lichtschwelle legt fest, ab welcher Helligkeit eine Stelle als Lichtquelle zählt. Ein niedrigerer Wert lässt auch schwächere Lichter reagieren.

RAW-Unterschied: keiner.

Stapeln

Mehrere Filter lassen sich gleichzeitig nutzen. Sie liegen als reversible Ebenen übereinander, jede mit eigener Stärke. Du kannst zum Beispiel einen grauen Verlaufsfilter für den Himmel mit einem schwachen Warm 1 für das ganze Bild kombinieren. Das Schichtprofil unter den Ebenen zeigt die Reihenfolge: unten die Basis, darüber jeder Filter in seiner Farbe.

Ältere Projekte

Projekte aus früheren Versionen sehen unverändert aus. Aus dem früheren Verlauf-ND wird Verlauf · Grau, aus dem Sepia-Verlauf Verlauf · Sepia, aus der Sepia-Tonung Vollfilter · Sepia und aus Tabak Vollfilter · Tabak. Die früheren Warm- und Kaltfilter heißen jetzt Warm klassisch und Kalt klassisch; neu wählen lassen sie sich nicht mehr. Gespeicherte Vollfilter behalten ihre alte Helligkeit. Erst wenn du ihre Farbe wechselst, greift der Belichtungsausgleich.

Ältere Stern- und Halationsfilter zeigen Filter aktualisieren. Damit wechseln sie zum neuen Lichtmodell; Rückgängig stellt den alten Stand wieder her.

Polfilter: Farbwirkung und Reflexionsminderung

Der optische Anteil vertieft gezielt Blau- und Cyantöne, ohne pauschale Kontrasterhöhung. Zusätzlich wird eine lokale Reflexionsanalyse automatisch vorbereitet. Dafür gibt es keinen separaten Analyse- oder Modelllade-Knopf. Die Bilder werden auf dem Gerät verarbeitet; Regleränderungen verwenden das gespeicherte Ergebnis, statt das Modell erneut auszuführen.

Polfilterwirkung steuert beide Anteile gemeinsam. Direkt darunter lässt sich Feinabstimmung aufklappen. Reflexionsanteil reduziert dort den Reflexionsanteil relativ zur Hauptstärke: 80 % Hauptstärke und 50 % Anteil ergeben 40 % Reflexionskorrektur. Beide auf 100 % entsprechen der früheren maximalen Einzelkorrektur. Hauptstärke 0 % schaltet beide Wirkungen ab; Reflexionsanteil 0 % lässt nur die optische Farbwirkung bestehen.

Unter Bereich kannst du Gesamtes Bild, eine vorhandene Maske oder Himmel erkennen wählen. Der Bereich und der Aktivierungsschalter gelten für beide Anteile. Die Himmelserkennung läuft vollständig auf dem Gerät und legt eine eigene Himmelsmaske im Ebenenband an. Sie folgt dem Foto beim Ausrichten und Entzerren. Über Maske bearbeiten kannst du den Wirkungsbereich anzeigen, seine Deckkraft und Randweichheit einstellen oder ihn umkehren.

Eine reine Farbauswahl kann auch blaue Gegenstände verändern. Die Himmelsmaske begrenzt die Wirkung räumlich; prüfe sie insbesondere an feinen Gebäudedetails und ungewöhnlich strukturierten Wolken. Erkennt die App keinen eindeutigen Himmel, kannst du eine eigene Pinsel-, Radial- oder Verlaufsmaske verwenden.

Wird die verknüpfte Maske gelöscht oder deaktiviert, pausiert der Filter. Wähle einen anderen Bereich oder stelle die Maske mit Rückgängig wieder her.

Gespeicherte ältere Polfilter behalten zunächst ihr Aussehen. Bei alten rein optischen Varianten ergänzt Polfilter aktualisieren die neue Funktion. Bei bereits gekoppelten älteren Varianten wechselt die nächste Bedienung von Hauptstärke oder Reflexionsanteil zur neuen, kräftigeren Skala. Rückgängig stellt die vorige Bearbeitung wieder her. Vorhandene separate Korrekturen bleiben unter Frühere Reflexionskorrektur zugänglich.

Die Reflexionsanalyse ist für Aufnahmen durch Glas gedacht. Bei normalen Motiven kann sie Details verändern; hohe Werte können Artefakte erzeugen. Reduziere dann den Reflexionsanteil oder begrenze den Bereich. Das Verfahren ist keine exakte physikalische Simulation eines optischen Polfilters und garantiert keine Wiederherstellung verdeckter oder ausgebrannter Details. Mehr dazu im Kapitel Reflexionen.

Praxis-Tipps

  • Setze bei einem Verlaufsfilter zuerst Winkel und Position im Bild, bevor du die Stärke feinjustierst. Die Geste bestimmt, wo der Übergang liegt, die Stärke nur, wie kräftig er wirkt.
  • Lichtfilter lassen sich schwer beurteilen, wenn das Bild insgesamt hell ist. Zieh in der Kurve die Mitte kurz nach unten: Dann siehst du, wie weit die Strahlen wirklich reichen.
  • Ein Stern mit 4 Strahlen und etwas Weich wirkt bei Stadtlichtern ruhiger als 8 oder 16 harte Strahlen.
  • Kapitel 4 der Tutorial-Serie behandelt den Verlaufsfilter am Himmel, Kapitel 7 die Tonung mit Sepia und Warmfiltern.
  • Für einen dezenten analogen Look reicht oft ein schwacher Warm 1 mit leichter Diffusion. Beide zusammen wirken subtiler als jeder einzeln auf hoher Stärke.
Filter: das optische Filtermagazin

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