Licht: Belichtung und Tonwerte

Die beschriebenen Neuerungen gelten ab Version 1.5. Welche Version für dich verfügbar ist, siehst du im App Store.

Das Werkzeug Licht ist die Basis fast jeder Bearbeitung: Es steuert, wie hell das Bild insgesamt ist und wie sich die Tonwerte auf die Skala zwischen Schwarz und Weiß verteilen. Die sechs Regler arbeiten nach einem klaren Muster — zwei setzen die Endpunkte, zwei verschieben die Zonen dazwischen, zwei regeln Gesamthelligkeit und Mittenspreizung.

Regler

Regler Bereich (RAW) Bereich (JPEG/HEIF) Standard Wirkung
Belichtung −5,0 … +5,0 EV −2,0 … +2,0 EV 0 Gesamthelligkeit in Blendenstufen
Kontrast −100 … +100 −75 … +75 0 Spreizung um die Mitten
Lichter −100 … +100 −80 … +80 0 nur die hellen Partien, ohne den Weißpunkt zu bewegen
Tiefen −100 … +100 −80 … +80 0 nur die dunklen Partien, ohne den Schwarzpunkt zu bewegen
Weiß −100 … +100 −80 … +80 0 Endpunkt der Skala oben (Weißpunkt)
Schwarz −100 … +100 −80 … +80 0 Endpunkt der Skala unten (Schwarzpunkt)

RAW und JPEG/HEIF

Bei RAW-Material stehen die vollen Bereiche zur Verfügung. Wie viel Zeichnung tatsächlich erhalten bleibt, hängt von Aufnahme und Sensor ab; ±5 EV sind der Reglerbereich, keine garantierte Rettungsreserve. Bei JPEG und HEIF bietet die App ein engeres Arbeitsfenster an, weil dem bereits entwickelten Material die Spielräume fehlen und extreme Werte schnell Tonwertabrisse erzeugen. Das Fenster ist kein harter Deckel: Öffnest du ein älteres Dokument mit einem Ausreißerwert, bleibt dieser Wert erreichbar, statt zu springen.

Arbeitsweise

Die bewährte Reihenfolge stammt aus dem Zonensystem (ausführlich in Kapitel 1 der Tutorial-Serie):

  1. Belichtung grob setzen — das Bild in die richtige Gesamtlage bringen.
  2. Weiß und Schwarz verankern — die Skala definieren, auf der alles liegt.
  3. Lichter und Tiefen platzieren — Zeichnung zurückholen oder öffnen.
  4. Kontrast zuletzt — die Mitten spreizen, wenn noch nötig.

Praxis-Tipps

  • Doppeltipp auf den Zahlenwert setzt jeden Regler einzeln auf null zurück; der Kreispfeil neben dem Regler tut dasselbe.
  • Das Licht-Werkzeug steht auch in jeder Maske zur Verfügung — dieselben Regler, begrenzt auf den Maskenbereich (Kapitel 2 der Tutorials zeigt das am nachbelichteten Himmel).
  • „Tiefen” meint hier die dunklen Tonwerte — nicht zu verwechseln mit dem Werkzeug Tiefe, das die Schärfentiefe steuert.

Tonwertverarbeitung

Positive Tiefen-Werte hellen dunkle Tonwerte auf, negative dunkeln sie ab — global und innerhalb von Masken gilt dieselbe Richtung. Schwarz und Weiß beeinflussen stärker die jeweiligen Enden der Tonwertskala; sie sind keine Ebenenmodi wie „Multiplizieren“ oder „Negativ multiplizieren“. Das Histogramm und seine Clipping-Warnungen helfen beim Beurteilen der aktuellen Vorschau. Die Belichtung verändert die Helligkeit, nicht den gewählten Bildausschnitt.

Bei neuen RAW-Bearbeitungen wirkt die globale Belichtung direkt im RAW-Decoder. Lokale Belichtung in Masken wirkt auf das bereits entwickelte Bild. Bei JPEG/HEIF werden angehobene Lichter weich begrenzt; der Übergang durch 0 EV bleibt stetig.

Der Kontrast arbeitet farbschonend um ein festes mittleres Grau und reagiert unabhängig von der Bittiefe. Lichter, Tiefen, Weiß und Schwarz wirken ebenfalls auf die Helligkeit. Ältere Dokumente behalten die frühere Tonwertverarbeitung; Tonwerte aktualisieren stellt die aktive Ebene auf das neue Verhalten um. Diese Änderung lässt sich rückgängig machen.

Licht: Belichtung und Tonwerte

Alle Schritte laufen lokal auf deinem Gerät. Das Original bleibt unangetastet — exportiert wird eine neue Kopie.